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Wein der Woche

Gusto Magazin - Hummel definiert den Begriff Wein neu

Hummel Hárslevelű Bernstein 2015                      

Autor: JÓZSEF KLING 2017/04/16

Wenn ich Hárslevelű sage, denkt kein normaler Weinfreak an Villány. Auch ich hätte nie gedacht, dass ich eines der schönsten Exemplare dieser Sorte ausgerechnet aus unserer südlichsten Weinregion verkosten würde. Einen Wein, den man locker neben seine Kollegen aus Somló und Tokaj stellen kann.

Im Glas trüb und fast orangenfarbig, aber kein Orangewine. Es könnte vielleicht die Augen derjenigen stören, die an filtrierten Weinen sozialisiert sind, es könnte sie in ihrer Ästhetik stören. Es lohnt sich aber durchaus darüber hinwegzusehen. Der Hummel Bernstein ist nämlich ungeschönt und unfiltriert. 5 Tage lang wurde er auf der Maische gelassen, danach ist er im Tank vergoren, und schließlich hat er 7 Monate lang in gebrauchten Burgunder Fässern (4.Füllung) gereift. Der Name Bernstein deutet auf die Farbe des Weins hin.

Horst Hummel produziert Weine in Villány seit 1998, heute bewirtschaftet er fast 8 Hektar, seit 2008 betreibt er organischen Weinbau (kontrolliert von Öko Garancia). Seine Weingärten liegen in der Lage Jammerthal, im Nagyharsányer Várerdö und der Nagytóthfaluer Verebes-rét. Sein Weingut befindet sich in Villány, wo er aus den Sorten Portugieser, Kékfrankos, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot seine Weine keltert, in kleineren Mengen aber auch Hárslevelű produziert. Seine Karriere startete Hummel als Jurist in Berlin, unterwegs in der ganzen Welt, hat er in Burgund seine Inspiration für den Weinbau entdeckt, seine erste Begegnung mit ungarischen Weinen lag am Anfang der neunziger Jahre.

Das erste Mal bin ich ihm auf der Frühlingsverkostung des Terroir Clubs begegnet. Ein sympathischer Typ. Als ich den Hárslevelű in meinem Glas schwenke, denke ich es wieder: man muss Wein stets neu lernen. Immer, bei jedem einzelnen Glas. Es ist falsch, nach eingefleischten Vorstellungen, aus Routine heraus Meinungen, Urteile auszusprechen.

Der Hárslevelű von Hummel ist wie ein frischgepresster Fruchtsaft, hauptsächlich Pfirsich, voller Linden- und Akazienblüte, frischer Pflaume, Mispel und etwas Blütenhonig. Seine 12,5 % Alkohol erinnern an die schönen alten Zeiten, als das noch als Höchstwert bei Rot- und Weißweinen galt.

Eigentlich fällt gar nicht auf, dass ich es mit einem alkoholhaltigen Getränk zu tun habe. Nicht einmal die Sorte interessiert mich. Dieser Wein befreit von jeder Art fachlicher Wichtigtuerei. Es fühlt sich einfach gut an, diesen Wein selbstvergessen zu trinken, denn jeder Schluck kann neue Erlebnisse bieten. Und am nächsten Tag wache ich mit klarem Kopf auf.

Hummel definiert Wein neu. Jedenfalls für mich.

Vinum, März 2017
Weingut Hummel, Villány
Spatz Kékfrankos 2007
16,5/17 Punkte

Ursula Geiger:
"Dunkles, glänzendes Kirschrot, würzige Noten in der Nase, weisser Pfeffer, erdig, dann reife Kirschfrucht, weich im Ansatz, sehr straffe, satte Säure, gute Länge, rasig und lang. Extrem lang. Der 2007er Spatz zeigt, zu was der 2013er werden kann. Grandios, wenn ein Winzer seiner Linie derart treu bleibt."

Vinum, März 2017
Weingut Hummel, Villány
Spatz Kékfrankos 2013
16,5/17 Punkte

Ursula Geiger:
"Noch sehr verhalten, nach Belüftung kühle, dunkelbeerige Frucht, dann Unterholz, Efeu, Zedernholz. Am Gaumen noch recht karg und zugeschnürt, doch die gute Ansätze für eine lange Lebensdauer sind da: reifes, feinkörniges Tannin, Mineralität und eine fordernde Säure."

Vinum, März 2017
Guide Blaufränkisch I Kékfrankos
Saftige Grenzgänger

Ursula Geiger
"... Da keine andere Sorte im pannonischen Raum dermaßen auf Klima und Bodenbeschaffenheit reagiert wie Blaufränkisch, ist die Versuchung große, ein Passepartout zu finden, das sich auf die Kraft von Alkohol und auf überextrahiertes Tannin stützt. Glücklicherweise widerstehen die meisten Winzer in Österreich und Ungarn dieser Versuchung. Sonst gäbe es den Kékfrankos "Spatz" von Horst Hummel nicht. Die Jahrgänge 2007 und 2013 des aus dem Schwäbischen (!) stammenden Winzers, der 1998 in Villány sein Weingut gründete, sind großartig. Animierend, unverbogen und voller Spannung. ..."

Chris Boiling, winesofa.eu

Zehn Gründe, natürliche Weine zu trinken
11. Juni 2016

"... Die leckersten natürlichen Weine, die ich kürzlich aus Ungarn hatte, kamen von Gábor Karner (siehe oben), Horst Hummel und Peter Wetzer.

Der biodynamische Erzeuger Horst Hummel hat mich daran erinnert, dass Villány mehr hat als Cabernet Franc. Aus dem Weingut, das er 1998 gründete, kommen fruchtige und erfrischende Weine aus Portugieser, Kékfrankos und Merlot, aber sein eindrucksvollster Wein ist die komplexe Mischung, die er Piroschka nennt (50% Kékfrankos, 35% Portugieser und 15% Cabernet Sauvignon). ..."

Manfred Klimek, Captain Cork 30.12.2011.
Winzer des Jahres: Horst Hummel

„Winzer des Jahres: Horst Hummel

… . Weil seine Blaufränkischen bald den österreichischen Spitzenprodukten das Fürchten lehren werden. …

… jedes Glas ist fantastisch, einzigartig und beseelt …

… Hummel ist fast rührend, wie er von der Größe seiner Weine weiß und sie trotzdem nicht in richtiger Gebühr verhandelt. …

… Schon Hummels einfacher Traminer 2009 ist ein Lebensspender, ein Wein, von dem man gleich drei bis vier Gläser trinken will. ….

… Ein Wein im Gleichgewicht, dessen individuelle Ausrichtung entblößt wird. Großer Stoff. (Gemeint ist Bernstein)

… Der Kékfrankos (Blaufränkischer) "Spatz" 2009, eine Lagenselektion, hat die gleiche Augenhöhe wie die großen und teuren traditionellen österreichischen Blaufränkischen. …

Angeblich ist dieser Portugieser der beste der Welt (gemeint ist JAMMERTHAL 2009). Und das wird wohl stimmen.“

Peter Klingler, borwerk.de

www.borwerk.de

„Ja, ich geb’s hier und jetzt zu, dass ich inzwischen zum Hummel-Fan geworden bin.“

„Villány heute Teil V: Der emsige Hummel
Überraschendes aus Ungarn, von Peter Klingler, 23. Mai 2010:

Es scheint, als wollten manche Weine einem in den ersten Lebensjahren gar nicht den Gefallen tun, gefällig zu sein.

Also bleibt er sich selbst treu und das auf eine Weise, die fast schon als anmutig zu bezeichnen ist: mit einem hin und her Oszillieren zwischen kühlem Holz und ebensolcher dunkelroter Kirschfrucht, mit dezenten, diplomatisch bescheiden einwirkenden Säuren, matt adstringierend

In der Tat ein schöner, eigenständiger Blaufränkisch mit Potential.

Denn Horst Hummel Liebe für Burgunder spiegelt sich nicht nur in so manch eingesetztem Gebinde wider.

Mit einer Granatapfel-Blutorangenmischung, Spuren halbgetrockneter Kräuter und dezenten Graphit-Tönen in der Nase. Und im Mund sofort da, weich, saftige rote, klare, fast transparente Frucht. Nicht aber Fruchtigkeit, deswegen fest und souverän in der Struktur und eben nicht verspielt oder oberflächlich.“

„Hummel Villányi Portugieser 2009 23. Juni 2010

Kühle, fein-würzige Nase aus halbtrockenen Kräutern, roter Frucht aus Erd- und Himbeeren und dezentem Holz. Am Gaumen mit sehr schön ausbalanciertem, ausgesprochen zartem Körper, weichen Säuren und reifer, milder dunkelroter Frucht. Ein außergewöhnlich schöner, weich gezeichneter Portugieser, der schon jetzt viel Trinkvergnügen bereitet (...).“

Stuart Pigott

„Der erstaunliche Herr Hummel
Von Stuart Pigott:

Doch daneben gibt es die hochindividuellen trockenen Weiß- und Rotweine, vorwiegend aus authochtonen Traubensorten, die genauso eigenständig sind wie die Spitzenweine des deutschsprachigen Raums, aber zusammen ein ganz eigenes Geschmacksuniversum bilden. Zu dieser Gruppe gehören die Hummel-Weine.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 13.02.2011, Nr. 6 / Seite 48“

Markus Hofschuster, Wein-Plus

http://www.wein-plus.de

Hummel Villányi Hárslevelü „Bernstein“ 2008, 16.06.2010

Am Gaumen geschmeidig und eher ruhig, im Mund wiederum gewürzig, sanfte Apfelfrucht mit Noten von getrockneten gelben Früchten, Südfruchtzesten und etwas Kräutern, mineralischer Hintergrund, recht komplex, eingebundene, moderate Säure, hat einiges Volumen, wirkt dabei aber eher zurückhaltend, zart kräuterwürziger, sehr guter Abgang.

Rainer Balcerowiak
Junge Welt
Mittwoch, 26. November 2008, Nr. 276 / wein & speisen / Seite 5

Auf der Überholspur

Neben seinen tiefgründigen und finessenreichen Rotweinen, darunter auch hervorragende Cuvées im Bordeaux-Stil und dem bereits erwähnten Kékfrankos, hat sich Hummel auch um Weinstile und -sorten verdient gemacht, die normalerweise zu Recht keinen guten Ruf haben.“

Rainer Balcerowiak
junge welt
20.12.2007 / Feuilleton / Seite 12
Erst trinken, dann essen

„Wer es ein bißchen voluminöser, tiefgründiger, extraktreicher und filigraner mag, ist beim Exilschwaben Horst Hummel, der ein kometenhaft aufstrebendes Weingut im ungarischen Villány betreibt, bestens aufgehoben (...).“

Rainer Balcerowiak
Junge Welt
Mittwoch, 29. November 2006, Nr. 277

„Noch nicht trinken!

Der 2005er Gewürztraminer vom Weingut Hummel ist das Beste, was wir von dieser Rebsorte in den letzten Jahren getrunken haben.

Hinter dem enorm hohen Extraktwert von rund 30 Gramm pro Liter verbirgt sich satte Mineralität und ein riesiger Strauß von Aromen: Rosenduft, Marzipan, Melone, Lychee, Mandel und gar ein Hauch von Kardamom, Pfeffer und auch Vanille.“

Gerlinde Kießling
Junge Welt, 05.11.2003

Learning by doing:

Hummels Weinphilosophie ist ebenso einfach wie bestechend.

Mit seinen Topweinen aber ist Hummel ziemlich nahe am Olymp, ohne Mondpreise zu verlangen.“